Tipps zum richtigen Gießen im Sommer

Vor allem beim Gießen im Sommer darf nichts falsch gemacht werden, wenn man den Pflanzen nicht schaden möchte.



Pflanzen brauchen Wasser. Das ist vor allem in den heißen Sommermonaten wichtig. Aber das richtige Gießen will gelernt sein, denn sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser kann für die Pflanzen schädlich werden. Um die richtige Menge und den richtigen Moment zu erkennen, wann die Pflanze Wasser benötigt, sollte man sich damit beschäftigen, wie Pflanzen Wasser aufnehmen. Während Gartenpflanzen, die gut angewachsen sind, meist einige Tage überstehen, ohne dass sie gegossen werden, kann dies im Sommer bereits zu Schäden führen. Von Juni bis September können die hohen Temperaturen nicht nur für die Gemüsepflanzen und die Pflanzen in den Kübeln, sondern auch für die Stauden in den Beeten zu einer Strapaze werden, wenn keine regelmäßige Bewässerung stattfindet.

Worauf beim Gießen im Sommer geachtet werden sollte

Wenn man seinen Pflanzen etwas Gutes tun möchte, dann sollte man mit Regenwasser gießen. Nicht nur zum Gießen im Sommer ist Regenwasser ideal, denn es ist nicht zu kalt und es enthält keine Mineralien. Außerdem wirkt es sich kaum auf den pH-Wert sowie den Nährstoffgehalt des Bodens aus, was vor allem bei empfindlichen Pflanzen sehr wichtig ist. Vor allem Rhododendren und Hortensien bevorzugen es, mit kalkfreiem Regenwasser gegossen zu werden und gedeihen damit deutlich besser. Nicht zuletzt werden durch das Gießen im Sommer mit Regenwasser die natürlichen Ressourcen geschont und es ist kostenlos. Daher sollte man überlegen, wie man Regenwasser sammeln könnte. Je nach den räumlichen Möglichkeiten kann dafür eine Regentonne oder eine große unterirdische Zisterne genutzt werden.

Damit das Gießen im Sommer nicht zu anstrengend wird, kann man diverse Hilfsmittel nutzen. Hat man nur einen Balkon, den man bewässern muss, reicht in der Regel eine Gießkanne, aber bei einem Garten wird es schnell anstrengend und zeitraubend, wenn man nur eine Gießkanne zur Verfügung hat. Sehr viel einfacher ist das Gießen im Sommer mit einem Gartenschlauch, einem Rasensprenger oder einem Gießgerät. Ein Gartenschlauch mit verstellbarem Sprühaufsatz hilft bei der Bewässerung von einzelnen Pflanzen oder kleinen Flächen. Um Pflanzen gezielt an der Basis zu gießen, sollte man ein Gießgerät verwenden, was dafür sorgt, dass das Wasser direkt zu den Wurzeln gelangt und der Verlust durch Verdunstung und Abfluss reduziert wird. Außerdem wird dadurch das Risiko durch Pilzkrankheiten verringert.

Beim Gießen im Sommer ist der jeweilige Wasserbedarf der Pflanze zu berücksichtigen. Ausschlaggebend ist hier vor allem, ob es sich eher um Flachwurzler oder um Tiefwurzler handelt. In der Regel müssen Flachwurzler häufiger gewässert werden, da die oberen Bodenschichten, in denen sich ihre Wurzeln befinden, rascher austrocknen. Pflanzen mit mitteltiefen oder tiefen Wurzeln benötigen weniger häufig Wasser, aber sollten beim Gießen im Sommer immer so viel gegossen werden, dass das Wasser auch bis in den Bereich der Hauptwurzeln vordringt. Bei einem Gemüsebeet kann man mit etwa 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter rechnen, während beim Gießen im Sommer im übrigen Garten eine Gießmenge von etwa 20 bis 30 Litern pro Quadratmeter zu erwarten ist.

Tipps zum Gießen im Sommer

Wenn man eine Rasenfläche wässern möchte, kann man beim Gießen im Sommer eine wöchentliche Wassermenge von etwa zehn Litern pro Quadratmeter berücksichtigen. Da Pflanzen in Kübeln nur eine begrenzte Möglichkeit haben, Wasser zu speichern, ist beim Gießen im Sommer besonders auf regelmäßige Wassergaben zu achten. Bei sehr heißen Temperaturen ist sogar ein zweimaliges Gießen am Tag zu empfehlen. Wichtig ist dabei jedoch, dass es nicht zu Staunässe kommt. Ein kurzer Test mit dem Finger ist daher zu empfehlen, damit man es mit dem Gießen im Sommer nicht zu gut meint. Beim Wässern des Gartens wird häufig die Wassermenge unterschätzt, die wirklich nötig ist, um die Wurzeln zu erreichen. Dabei ist die Bodenart natürlich immer entscheidend.

In der Regel wird davon ausgegangen, dass ein Liter Wasser eine ein Zentimeter tiefe Bodenschicht auf einem Quadratmeter Fläche durchfeuchten kann. Möchte man eine 20 Zentimeter tiefe Schicht auf einer Fläche von einem Quadratmeter wässern, werden etwa 20 Liter Wasser benötigt. Da die Niederschlagsmenge meist schwierig einzuschätzen ist, sollte man einen Regenmesser nutzen, der auch bei der Dosierung der eigenen Gießmenge hilfreich ist. Neben der Wassermenge ist aber auch der Zeitpunkt beim Gießen im Sommer wichtig. Optimal sind die frühen Morgenstunden, da dann das Wasser noch gut verdunsten oder abperlen kann, ohne die Pflanzen zu schädigen. Außerdem wird das kalte Wasser von den Pflanzen dann besser verkraftet, da sie selber über Nacht abgekühlt sind.

Auf keinen Fall sollte bei starker Sonneneinstrahlung gegossen werden, da sonst die kleinen Wassertropfen wie Brenngläser auf den Blättern wirken, was zu empfindlichen Verbrennungen führen kann. Der Rasen ist diesbezüglich deutlich unkomplizierter. Nicht nur sind die Tropfen durch die schmalen Halme eher klein, die Grashalme stehen auch mehr oder weniger senkrecht, wodurch der Einfallwinkel des Sonnenlichts sehr spitz wird und Schäden durch Verbrennung kaum möglich werden. Wird das Gießen im Sommer auf den Abend verlegt, kann sich die Feuchtigkeit zwar länger halten, allerdings ermöglicht man so auch Schnecken und anderen Schädlingen, aktiv zu sein. Außerdem können dadurch Krankheiten, wie eine Pilzinfektion begünstigt werden, die bei Staunässe besonders gut gedeihen kann.

So gelingt das Gießen im Sommer

Um den Pflanzen etwas Gutes zu tun, sollte man sie daran gewöhnen, dass man sie zwar nicht häufig, aber dafür ausgiebig gießt. Das führt dazu, dass die Pflanzen deutlich tiefer wurzeln, wodurch sie sich auch bei längeren Hitzeperioden noch gut selber mit Wasser versorgen können, da sie das Wasser in der Tiefe erreichen. Tägliches Gießen mit wenig Wasser lässt die Pflanzen nur oberflächlich wurzeln, was sie anfälliger bei Trockenheit macht. Außerdem verdunstet eine große Menge des Wassers. Nicht nur beim Gießen im Sommer sollte man darauf achten, dass möglichst nur der Wurzelbereich gegossen wird und nicht die Blätter nass werden. Dadurch können besonders bei empfindlichen Pflanzen, wie den Rosen oder den Gemüsepflanzen Pilzkrankheiten vorgebeugt werden.

Ist der Boden eher durchlässig, sollte man vor der Bepflanzung die Erde mit Humus oder Gründünger aufbereiten, um die Fähigkeit zur Wasserspeicherung zu verbessern. Um zu verhindern, dass der Boden nach dem Bepflanzen schnell austrocknet, kann man eine Schicht Mulch verteilen. Besonders im Gemüsebeet werden einige Pflanzen bei der Entwicklung ihrer Früchte einen erhöhten Wasserbedarf haben, den man beim Gießen im Sommer berücksichtigen muss. Manchmal hilft hier auch eine zusätzliche Düngergabe im Gießwasser. Damit Jungpflanzen ihre Wurzeln kräftig entwickeln können, ist ebenfalls mehr Wasser nötig und sollten regelmäßig gegossen werden. Bei Pflanzen, die in Kübeln und Töpfen sind, sollte besonders aufmerksam gewässert werden, denn der Wasserbedarf kann mitunter stark schwanken.

Beim richtigen Gießen im Sommer ist auch das Material der Kübel und Pflanzschalen zu berücksichtigen. Da Behälter aus Terrakotta oder Tontöpfe Wasser speichern können, eignen sie sich besonders gut als Pflanzgefäße für Balkon oder Terrasse. Allerdings geben Töpfe aus diesen Materialien auch Feuchtigkeit ab, sodass etwas mehr Wasser gegossen werden sollte als bei Behältern aus Kunststoff. Nach einem starken Regenguss befindet sich sicher noch Wasser in den Untersetzern der Kübelpflanzen. Um Staunässe und die daraus resultierende Wurzelfäule zu vermeiden, sollten die Untersetzer entleert werden. Am einfachsten ist es, wenn man im Frühjahr und Herbst ganz auf Untersetzer verzichtet. Bei der Abschätzung des Wasserbedarfs hilft die Regel, dass Pflanzen mit dicken Blättern weniger Wasser benötigen als Pflanzen mit vielen, dünnen Blättern.

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